Foto: © Peter Untermaierhofer.
WHB. Heimat. Westfalen.

AKTUELLES

Andreas Müller, Landrat des Kreises Siegen-Wittgenstein und Vorsitzender des Heimatbundes Siegerland-Wittgenstein; Dr. Georg Lunemann, Direktor des LWL und Vorsitzender des WHB; Bundespräsident a. D. Christian Wulff; WHB-Geschäftsführerin Dr. Silke Eilers; Steffen Mues, Bürgermeister der Stadt Siegen (v.l.).Foto/ Andrea Bowinkelmann/WHB

Anpacken statt Komfortzone

67. Westfalentag in Siegen setzt Zeichen für starke Demokratie

Heimat braucht Haltung – das Thema des diesjährigen 67. Westfalentages des Westfälischen Heimatbundes (WHB) am 25. Mai in Siegen hätte nicht aktueller sein können. Denn diese Heimat gerät zunehmend unter Druck. Über 300 Teilnehmende aus der westfälischen Engagementlandschaft, Politik und Verwaltung befassten sich mit Engagement für Zusammenhalt und Demokratie. Dabei bot der Westfalentag vielfältige inhaltliche Impulse, Gelegenheit zu Austausch und Vernetzung – ein Fest des Ehrenamtes für Demokratie.

Eröffnung des Westfalentages durch Dr. Georg Lunemann, Direktor des LWL und Vorsitzender des WHB. Foto/ Andrea Bowinkelmann/WHB

Bei seiner Eröffnung betonte Landesdirektor Dr. Georg Lunemann, Vorsitzender des Westfälischen Heimatbundes: „Es gibt keinen Markenschutz für den Begriff Heimat. Umso mehr braucht es eine klare Positionierung. Wir verstehen Heimat gerade nicht als idyllischen Ort des Rückzugs und der Abschottung, sondern als gemeinsamen Verantwortungsraum.“ Namentlich die vielen freiwillig Engagierten stünden für eine Haltung des Anpackens. „Heimat lebt von einer aktiven Zivilgesellschaft, in welcher Menschen das eigene Lebensumfeld gestalten und Sorge tragen für eine offene, plurale Gesellschaft, sich gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus stark machen, auch auf Sylt! Heimatarbeit ist gelebte Demokratiearbeit. Demokratie ist Bühne – nicht Zuschauerraum.“

Bundespräsident a. D. Christian Wulff bei der Festrede. Foto/ Andrea Bowinkelmann/WHB

Nach einer digitalen Videobotschaft des Ministerpräsidenten des Landes Nordrhein-Westfalen, Hendrik Wüst, hielt Bundespräsident a. D. Christian Wulff die Festrede. Seine brillante Analyse der Gesellschaft in Deutschland war präzise Inventur und bewegender Weckruf zugleich. „Wann, wenn nicht jetzt, werden alle aufwachen, wenn wieder auch von jungen Leuten Nazi-Parolen in diesem Land gesungen werden. Es ist etwas ins Rutschen gekommen und 2024/2025 könnten zu Schicksalsjahren der Demokratie werden.“ Wulff appellierte, dass jetzt alle ihre Verantwortung erkennen müssen. Dabei sah er insbesondere auch die Familien und die Nachbarschaften in der Pflicht. Für eine enkeltaugliche Zukunft gehe es um Kooperation statt Konfrontation. Dafür gelte es auch, Menschen mit Einwanderungsgeschichte für das Land zu gewinnen, statt sie zu ignorieren oder oft nur zu problematisieren.

Über 300 Gäste aus ganz Westfalen waren zum 67. Westfalentag nach Siegen gekommen. Foto/ Andrea Bowinkelmann/WHB

Landrat Andreas Müller, der als Vorsitzender des Heimatbundes Siegerland-Wittgenstein zum Westfalentag mit eingeladen hatte, lobte das vielfältige Ehrenamt in der Region. 67 Prozent der über 18-Jährigen sind hier laut frisch erschienenem Ehrenamtatlas freiwillig engagiert – die zweithöchste Quote in NRW. Siegens Bürgermeister Steffen Mues freute sich anlässlich des 800-jährigen Jubiläums der Stadt, im Rahmen des Westfalentages Teilnehmende aus dem ganzen Landesteil in der grünsten Großstadt Deutschlands begrüßen zu dürfen. Eine besondere Ehre wurde dem ehemaligen Bundespräsidenten Wulff und Landesdirektor Lunemann mit dem Eintrag in das Goldene Buch der Stadt zuteil.

Auftritt des Aalto Kinderchors aus Essen. Foto/ Andrea Bowinkelmann/WHB

Die Grundrechte zum Klingen brachte im wahrsten Sinne des Wortes der Aalto Kinderchor aus Essen, einer der Preisträger des Songcontests des Landesmusikrates Nordrhein-Westfalen im Rahmen des 75. Geburtstags des Grundgesetzes. Der Chor unter Leitung von Patrick Jaskolka beeindruckte das Publikum mit seiner Interpretation der Artikel 1 (Würde des Menschen) und 10 (Briefgeheimnis, Post- und Fernmeldegeheimnis) sowie drei weiteren Stücken aus seinem Repertoire.

Wie Demokratiebildung ganz praktisch gelingen kann diskutierte WHB-Geschäftsführerin Dr. Silke Eilers mit Hubertus Winterberg von der Südwestfalen Agentur, Olaf Kemper vom Heimatbund Siegerland-Wittgenstein, Dr. Andreas Schulze vom Regionalbüro Westfalen der Konrad-Adenauer-Stiftung und Stefan Rieker vom Landesverband NRW des Paritätischen. Foto/ Andrea Bowinkelmann/WHB

Wie erreichen wir diejenigen, die wenig Vertrauen in Demokratie und Beteiligungsprozesse haben? Wie geht man im Engagement mit extremistischen Anfeindungen um? Mit diesen und vergleichbaren Fragen befasste sich die Gesprächsrunde unter Leitung von WHB-Geschäftsführerin Dr. Silke Eilers. Gute Formate politischer Bildung für junge Menschen stellte Dr. Andreas Schulze, Leiter des Regionalbüros Westfalen der Konrad-Adenauer-Stiftung vor. Den Zusammenhang von Regionalentwicklung und Demokratieförderung beleuchtete Hubertus Winterberg, Geschäftsführer der Südwestfalen Agentur. Olaf Kemper, stellvertretender Vorsitzender des Heimatbundes Siegerland-Wittgenstein, betonte die Bedeutung von Dritten Orten für den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Stefan Rieker vom Paritätischen NRW ging auf die Ansprache bildungsferner und benachteiligter Gruppen sowie Unterstützungsmöglichkeiten für Engagierte ein.

Am Infostand des Heimatbundes Siegerland-Wittgenstein konnte die Brot-Spezialität Sejerlänner Riewekooche – ein Kartoffelbrot – verkostet werden. Foto/ Andrea Bowinkelmann/WHB

Ein abwechslungsreicher Markt der Ideen im Foyer gab unter dem Motto „Abenteuer Heimat“ Gelegenheit, die Aktivitäten ehrenamtlicher Akteure aus Siegen-Wittgenstein und regionale Besonderheiten wie etwa die Backeskultur und das Haubergswesen kennenzulernen. Darüber hinaus waren verschiedenste Multiplikatoren mit ihren Angeboten vertreten.

Nachmittags wurde in einem gut nachgefragten Workshop über die Geschichte der westfälischen Heimatvereine diskutiert. Alternativ vermittelte das Exkursionsprogramm bei strahlendem Sonnenschein Einblicke in die gastgebende Stadt Siegen. Hier standen unter anderem Stadtführungen, das Haus der Musik, das Siegerlandmuseum im Oberen Schloss und eine Bergbauwanderung auf dem Programm.


Landesdirektor Dr. Georg Lunemann. Foto: LWL/Kapluggin

Demokratie kann man nur einmal abwählen

Videobotschaft des WHB-Vorsitzenden

Der Vorsitzende des Westfälischen Heimatbundes, Landesdirektor Dr. Georg Lunemann, wendet sich mit einem neuen Format an die Mitgliedschaft des WHB – aber nicht nur an diese.
Mit seiner aktuellen Videobotschaft setzt er ein klares Statement für die Demokratie.

 


Kirchen sind Gemeingut!

Unterstützen Sie die Initiative Kirchenmanifest

Kirchen und ihre Ausstattungen gehören zu den wichtigsten Zeugnissen des Kulturerbes in Europa. Doch die christlichen Gemeinschaften sehen sich zunehmend nicht mehr in der Lage, diesen wertvollen Bestand zu erhalten. 10 Partnerinnen und Partner aus den Bereichen Baukultur, Denkmalpflege und Wissenschaft haben sich in der initiaitve kirchenmanifest.de zusammengeschlossen, darunter der Vorsitzende des Westfälischen Heimatbundes e. V., Landesdirektor Dr. Georg Lunemann.
Immer weniger Gläubige nutzen die Räume, die Kirchensteuereinnahmen sinken, immer mehr Bauten werden außer Gebrauch gestellt oder gar abgerissen. Kirchenräume sind jedoch öffentliche Räume – viele Menschen haben oft über Jahrhunderte zu diesem Gemeingut beigetragen. Staat und Gesellschaft können und dürfen sich ihrer historisch begründeten Verantwortung für dieses kulturelle Erbe nicht entziehen. Deshalb rufen wir dazu auf, der neuen Lage mit neuen Formen der Trägerschaft zu begegnen: mit einer Stiftung oder Stiftungslandschaft für Kirchenbauten und deren Ausstattungen.

Unterstützen Sie unsere Initiative und unterzeichnen Sie den Aufruf!

Zur Webseite der Initiative 



Foto/ Staatskanzlei des Landes Nordrhein-Westfalen

NBE NRW im Hauptausschuss des Landtages

Am 2. Mai 2024 hatte das NBE NRW zum zweiten Mal die Gelegenheit, seine Arbeit im Hauptausschuss des Landtages vorzustellen. Für das Sprecher*innen-Team waren Dr. Silke Eilers und Jochen Beuckers gerne der Einladung des Ausschussvorsitzenden Klaus Voussem MdL gefolgt und tauschten sich vor Ort mit den Ausschussmitgliedern und der Staatssekretärin für Sport und Ehrenamt, Andrea Milz, zu Bedarfen und Perspektiven bürgerschaftlichen Engagements aus.


Malakoffturm Prosper II in Bottrop Foto/ Pressestelle Stadt Bottrop

WestLotto und Westfälischer Heimatbund geben Denkmälern eine Stimme –

fünf neue Folgen der Podcast-Reihe zur Baukultur

Zum zweiten Mal bringen WestLotto und Kooperationspartner Westfälischer Heimatbund e. V. (WHB) fünf westfälische Denkmäler zum Sprechen. In der beliebten und inzwischen preisgekrönten Podcast-Reihe „Das Sprechende Denkmal“ erzählen die Radrennbahn in Bielefeld, der Malakoffturm Prosper II in Bottrop, der Burgturm in Davensberg, die Plaggen Mühle in Döhren und der Bahnhof in Neubeckum ihre ganz eigene Geschichte. Die Auswahl für die aktuellen Beiträge geht auf eine Leseraktion des WHB-Magazins „Heimat Westfalen“ zurück.

mehr...

  • Bahnhof Neubeckum
    Foto/ Stadt Beckum

  • Plaggen Mühle in Petershagen-Döhren
    Foto/ Burkhard Ehlerding

  • Burgturm Davensberg
    Foto/ Heimatverein Davensberg e. V.

  • Radrennbahn Bielefeld
    Foto/ ©Luftbild Foto Jan Witthus


Heimat braucht Haltung

WHB-Themenfokus 2024 richtet sich auf Demokratiestärkung

Demokratie ist nichts Selbstverständliches. Sie lebt davon, dass Menschen sie aktiv gestalten und für sie eintreten. Heimatengagement ist Demokratiearbeit im besten Sinne. Es stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt, befördert das Gemeinwohl und trägt zur Verständigung bei. Heimat ist eine Solidargemeinschaft.

Gerade in Zeiten, in welchen in Teilen der Gesellschaft das Zutrauen in die eigene Selbstwirksamkeit und das Vertrauen in die Demokratie schwindet, müssen wir Ehrenamt stärken und zugleich Haltung zeigen für Heimat – eine Heimat, die durch Mitmenschlichkeit und Gemeinsinn geprägt ist.

Im zweiten Jahr des inhaltlichen Fokus des Westfälischen Heimatbundes 2023/2024 „Da geht noch was! – nachhaltiges Engagement“ werden wir als Dachverband unser Augenmerk insbesondere auf Aspekte der Demokratiestärkung richten. Bürgerschaftliches Engagement übernimmt eine wichtige Rolle bei der Demokratiebildung.

Dazu gehört es auch, sich mit der nicht zu unterschätzenden Zunahme von Einsamkeit in der Gesellschaft auseinanderzusetzen. Studien belegen, dass gerade auch die junge Generation von einem kollektiven Einsamkeitsgefühl geprägt ist. Dabei zeigt sich auch eine besorgniserregende Verbindung von Einsamkeit, Entfremdung und antidemokratischen Tendenzen. Gelebte Solidarität in Engagement und Ehrenamt kann hier ein Baustein einer Strategie gegen Einsamkeit und für eine Stärkung der Demokratie sein.


Neue WHB-Handreichung zur Heimatpflege veröffentlicht

Orientierung für ehrenamtliche Akteure und Kommunen

Heimatpflege? Haben Sie sich vielleicht auch schon einmal gefragt: Was versteht man konkret darunter? Was machen eigentlich ehrenamtliche Heimatpflegerinnen und Heimatpfleger? Wie gelangt man in diese Funktion?

Oder Sie sind selbst bereits in dieser Form engagiert und wünschen sich Anregungen für Ihre Tätigkeit. Vielleicht sind Sie aber auch in einer Kommune mit dem Thema befasst und suchen Hintergrundinformationen.

Heimatpflege ist ein traditioneller Begriff, der heute für manchen antiquiert klingen mag, jedoch sehr viel Potential besitzt. Denn die ehrenamtliche Heimatpflege tut nichts anderes, als in der Kenntnis des Vergangenen die Gegenwart und die Welt von Morgen vor Ort zu gestalten. Ebenso vielfältig und interdisziplinär gestalten sich Aufgaben und Aktivitäten der lokal und überörtlich organisierten Heimatarbeit. Der Westfälische Heimatbund setzt sich als Dachverband für die Belange der Aktiven ein.

Die neue Handreichung des WHB dient der Orientierung für Ehrenamtliche, Kommunen und die interessierte Öffentlichkeit. Sie gibt zum einen eine Empfehlung hinsichtlich der Gestaltung der Strukturen und zum anderen einen Überblick über mögliche Handlungsfelder in der Heimatarbeit.

Neugierig geworden? Die Handreichung ist in gedruckter Form in der WHB-Geschäftsstelle erhältlich und steht hier digital zum Download zur Verfügung: www.whb.nrw/de/wir-ueber-uns/ehrenamtliche-heimatpflege/handreichung-zur-heimatpflege/


Engagementförderung bedeutet Demokratieförderung

WHB-Positionspapier zur Bundes-Engagementstrategie

Die Bundesregierung hat in einem breiten Beteiligungsverfahren mit der Zivilgesellschaft Ideen und Vorschläge für eine neue Engagementstrategie auf Bundesebene gesammelt, um bessere Bedingungen für freiwilliges Engagement zu schaffen. Die Bundes-Engagementstrategie soll nach derzeitigem Stand 2024 verabschiedet werden.

Auch der Westfälische Heimatbund e. V. (WHB) hat eine Stellungnahme formuliert und dafür auch im Vorfeld um Ihre Anregungen gebeten. Allen, die sich mit Impulsen eingebracht haben, sei an dieser Stelle herzlich gedankt.

Im Rahmen seines Positionspapiers hat der WHB zu zehn ausgewählten Handlungsfeldern konkrete Empfehlungen gegeben und Forderungen gestellt:

•    Engagementförderung ist Demokratieförderung
•    Bürokratieabbau
•    Chancen durch KI nutzen
•    Finanzen – Reform des Gemeinnützigkeits- und Steuerrechts
•    Junges Engagement
•    Anerkennung und Wertschätzung von freiwilligem Engagement
•    Rechtssicherheit und Haftung
•    Fördermittel – Modernisierung des Zuwendungsrechts für den Dritten Sektor
•    GEMA
•    Unterstützung im Katastrophenfall erleichtern

Hier geht es zur Stellungnahme


Kleine Taten – große Wirkung

Engagiere Dich ehrenamtlich!

Welcher Ehrenamtstyp bist Du? Mach den Ehrenamtcheck

www.ehrenamtcheck.de

Eine Kooperation von WestLotto und WHB


Für jeden das richtige Ehrenamt finden

WHB Partner des „Ehrenamt-Checks“

Die Onlineplattform www.ehrenamtcheck.de bietet ein neues, zusätzliches Angebot. Ab sofort finden Interessierte unter den verschiedenen Ehrenämtern, die zu ihren Interessen und Stärken passen, auch den Westfälischen Heimatbund als Dachverband der Heimatakteurinnen und -akteure in Westfalen.

Möglich wird dies durch eine Kooperation von WestLotto mit dem WHB. Mit der Onlineplattform ehrenamtcheck.de möchte WestLotto sowohl die gesellschaftlichen Träger in NRW unterstützen als auch den Bürgerinnen und Bürgern eine erste digitale Orientierung beim Thema Ehrenamt bieten. Für viele Organisationen und Vereine ist der Ehrenamt-Check bereits ein wertvoller Baustein bei der Suche nach freiwilligen Unterstützern.