Foto: © Martin Albermann
WHB. Heimat. Westfalen.

Gerechtere Lastenverteilung und mehr Augenmaß notwendig

Die NRW-Landesregierung hat am 2. Juni 2023 den Entwurf zur 2. Änderung des Landesentwicklungsplans beschlossen. Ziel ist der massive Ausbau von Windenergie und Photovoltaik. Der Westfälische Heimatbund e. V. (WHB) hat dazu im Rahmen des Beteiligungsverfahrens Stellung bezogen.

Der WHB, der rund 130.000 ehrenamtlich Engagierte in westfälischen Heimat-, Bürger- und Kulturvereinen vertritt, begrüßt, dass das Land den Ausbau der erneuerbaren Energien steuern und potentiellen „Wildwuchs“ vermeiden möchte, vermisst jedoch eine ganzheitliche, auf Nachhaltigkeit gerichtete Betrachtung.

In dem betreffenden Papier geht der WHB auf folgende Punkte ein:

  • Fehlende Begriffsbestimmungen und unscharfe Ziel- sowie Grundsatzformulierungen
  • Ländliche Räume nicht überfordern
  • Gerechte Lastenverteilung sicherstellen
  • Gesetzlichen Auftrag zum Erhalt der Kulturlandschaften beachten
  • Naturverträglichkeit verbessern – Biodiversität und Ökosystem schützen
  • Wahrheit und Klarheit bei Flächen-Definitionen
  • Landwirtschaftliche Nutzung und Agri-PV sensibler aufeinander abstimmen
  • Zukunftsfähigen Netzausbau und Chancen durch Repowering berücksichtigen
  • Zeitgleiche Regelungen zur Beteiligung von Kommunen und Bürgerschaft
  • Planungshoheit der Kommunen berücksichtigen und Kommunenbeteiligung stärken

WHB-Stellungnahme zur Änderung des Landesentwicklungsplans NRW (LEP)


WHB-Positionspapier zur Energiewende -

Wandel mit Augenmaß gestalten

Der Ausbau erneuerbarer Energien ist eine erklärte gesellschaftliche und umweltpolitische Zielsetzung. Der fortschreitende Klimawandel und die deutlich spürbaren Folgen des Ukraine-Krieges unterstreichen die Notwendigkeit, für unabhängige, sichere und bezahlbare Energie vorrangig aus erneuerbaren Energiequellen zu sorgen.

Neben der Stromerzeugung aus Photovoltaik wird von der Politik insbesondere der weitere Ausbau der Windenergie als ein wesentlicher Baustein der unumgänglichen Energiewende angesehen. Landes- und Regionalpläne in NRW sollen geändert werden, um die Flächenvorgaben des Bundes für den Ausbau der Windenergie umzusetzen.

Der Westfälische Heimatbund e. V. (WHB) setzt sich für einen verantwortungsvollen, nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen und der Kulturlandschaft in ihrer identitätsstiftenden Wirkung ein. Die Landschaft mit ihren regionalen Besonderheiten, ihrer baukulturellen und ökologischen Vielfalt für künftige Generationen zu erhalten, betrachtet der WHB als ein zentrales Ziel.

Eine vom Vorstand des Westfälischen Heimatbundes beauftragte Arbeitsgruppe hat ein erstes Positionspapier zur Energiewende formuliert. Das Papier richtet seinen Fokus auf den mit Nachdruck forcierten Ausbau von Windkraftanlagen und fordert eine ganzheitliche Betrachtung, innovative Lösungen und eine Gestaltung des Wandels mit Augenmaß.

WHB-Positionspapier zur Energiewende