Westfalentag 2019 in Hattingen

SAMSTAG, 21. SEPTEMBER 2019 ∙ LWL-INDUSTRIEMUSEUM HENRICHSHÜTTE HATTINGEN

Nähere Informationen zum Programm folgen.

Westfalentag 2018 in Brilon

Unter dem Titel „Westfalen in Europa – Herausforderungen und Chancen für Heimatgestalter" diskutierten Referenten und Teilnehmer, wie Heimatpflege als gelebtes Erbe in die Zukunft entwickelt werden kann. „Heimat und Kultur haben etwas gemeinsam – sie sind nichts Statisches, sondern durchaus dynamisch. Heimat und Kultur wandeln sich durch Austausch und Begegnung", so Löb in seiner Begrüßungsrede. „Die wirklichen Bewahrer, Lebendig-Halter und Weitergeber des kulturellen Erbes sind in den unzähligen Vereinen und Initiativen vor Ort aktiv." Damit Heimatarbeit gelingen kann, müsse sie sich auch aktuellen Herausforderungen, wie dem demografischen Wandel, der Öffnung für Neuankömmlinge und der Jugendarbeit stellen.

Gute Beispiele für derartiges gelingendes ehrenamtliches Engagement präsentierte ein eigens als kleines Gastgeschenk an die lebendige Heimatregion Sauerland produzierter Film. Der Film, der als Auftakt einer kleinen Reihe dienen soll, gab einen Einblick in die Projekte und Motivation von fünf Vereinen – von der Ehrenamtskneipe des Heimat- und Fördervereins Ostwig e. V., über die Aktivitäten des Heimatbundes Olsberg e. V. rund um den Philippstollen bis hin zur verkehrsgeschichtlichen Ausstellung des Vereins Traditionsbus Mark-Sauerland e. V.

Nach den Grußworten des Bürgermeisters von Brilon, Dr. Christof Bartsch, und des Landrates des Hochsauerlandkreises, Dr. Karl Schneider, hielt NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach die Festrede. Sie hob auf das Motto des Kulturerbejahres "Entdecke, was uns verbindet" ab und beleuchtete anhand von Beispielen aus vier Jahrhunderten, wie Westfälinnen und Westfalen NRW, die Bundesrepublik Deutschland und Europa nachhaltig in ihrer Entwicklung geprägt haben.

In ihrem Impulsvortrag verdeutlichte im Anschluss Dr. Inge Gotzmann, Geschäftsführerin des Bundes Heimat und Umwelt in Deutschland e.V. (BHU), dass Kulturerbe ein verbindendes Element in Europa ist. Die Heimatbewegung selbst sei eine europäische Bewegung, wobei die Akteure in den verschiedenen Ländern durchaus auch unterschiedliche Schwerpunkte in ihrer Arbeit setzen. Deutschland sei thematisch besonders breit aufgestellt. Die Aufgaben und Aktivitäten reichen von der Kulturlandschaftspflege, Umwelt- und Naturschutz, über Regional- und Ortsgeschichte, Baukultur und Denkmalpflege bis hin zu immateriellem Kulturerbe.

Ausgehend von dem Blick nach Europa wandte sich die Gesprächsrunde unter Leitung der WHB-Geschäftsführerin Dr. Silke Eilers mit Praktikern aus der Heimatpflege Westfalens der Arbeit vor Ort zu. Heinz Heidbrink, Stadtheimatpfleger für die Stadt Münster, beleuchtete, wie sich der Stadtheimatbund Münster e. V. mit modernen Instrumenten wie einem Theaterspektakel, Kunstausstellungen und einem Portal für Schüler dafür einsetzt, im zusammenwachsenden Europa Münsters Identität als Stadt des Westfälischen Friedens zu stärken. Winfried Dickel, Vorsitzender des Briloner Heimatbundes – Semper Idem e.V. erläuterte, dass regionale Identitätsstiftung schon im Kindergarten anfängt. Zum Thema kulturelle Bildung und Nachwuchsgewinnung wies er u.a. auf die Biparcours-App im Briloner Museum Haus Hövener und das neue Projekt Digitale Stadtführung hin. Hans-Werner Gorzolka, Kreisheimatpfleger für den Kreis Höxter und einer von 150 Digital-Experten des Projekts Smart Country Side, sieht einen Schwerpunkt der Heimatpflege in der Dorfentwicklung. Dörfer müssten selbst aktiv und zu sorgenden Dörfern werden. Das solidarische Miteinander im Dorf könne auch mit Hilfe der Digitalisierung gestärkt werden. Hans-Jürgen Friedrichs, Kreisheimatpfleger für den Hochsauerlandkreis, wies ausgehend von dem Konzept der Erinnerungsorte auf zahlreiche Best Practice-Beispiele in der Region hin.

In einem stark nachgefragten Workshop wurde am Nachmittag das Thema der Gesprächsrunde aufgegriffen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer brachten konkrete Anregungen und Wünsche an Politik wie Dachverband ein. Zudem wurden nachmittags diverse Exkursionen, die vom Briloner Heimatbund – Semper Idem e.V. konzipiert und realisiert worden sind, angeboten. Sie reichten von Museumsführungen im Museum Haus Hövener, über Stadtbesichtigungen bis hin zu Bustouren, etwa zum Philippstollen oder zum Kyrill-Tor.

Der Westfälische Heimatbund nutzte die Veranstaltung auch, um sein neues Logo der Öffentlichkeit vorzustellen. Als Dienstleister für die Akteure der Heimatbewegung Westfalens setzt der WHB in seinem Außenauftritt auf eine klare und moderne Bild- und Formensprache. Die Modernisierung des Logos ist mehr als nur ein neuer Look – sie ist Teil der Zukunftsstrategie des Westfälischen Heimatbundes, welche das Augenmerk noch stärker auf den Ausbau der Standbeine des Dachverbandes als Serviceeinrichtung und Sprachrohr der ehrenamtlichen Akteure in der Heimat- und Kulturpflege in Westfalen richtet.