Baukultur ist Lebensqualität

Westfälischer Heimatbund engagiert sich für die gebaute Heimat

12.01.2021

Der Bund Heimat und Umwelt in Deutschland (BHU) und der Westfälische Heimatbund (WHB) fordern Politik und Verwaltung auf allen Ebenen auf, der Baukultur und der Denkmalpflege in der gebauten Umwelt europaweit mehr Aufmerksamkeit zu widmen und der engagierten Zivilgesellschaft verbesserte Partizipations- und Steuerungsmöglichkeiten einzuräumen.

 Die Verbände sorgen sich um die Vielfalt der gewachsenen regionalen Baukultur, der Bau- und Kulturdenkmale, um erhaltenswerte und ortsbildprägende Gebäude, Quartiere oder Siedlungen, aber auch um die Qualität von neuer Architektur als Bestandteil von Kulturlandschaften. Es geht ihnen dabei um sensible Einfügung in die Umgebung und den Bewohnerinnen und Bewohnern angepasste Funktionen. Zur Thematik haben der BHU und seine Landesverbände in den 16 Bundesländern die Resolution "Zivilgesellschaftliches Engagement für Baukultur und gebaute Heimat" verabschiedet. Denn trotz bundesweit vorhandener gesetzlicher Grundlagen zur Stadtbildpflege und zum Denkmalschutz gehen Tag für Tag Ortsbilder und gesellschaftliche Werte für alle Mitbürgerinnen und Mitbürger unwiederbringlich verloren.

 Dr. Herlind Gundelach, Senatorin a. D. und Präsidentin des BHU dazu: "In Gebäuden sind wir nicht nur Zuhause - sie sind auch wichtiger Bestandteil unserer Heimat. Baukultur in ihrer regionalen Vielfalt stiftet Identität und zeugt von Alltag wie vom Besonderen." Matthias Löb, Vorsitzender des WHB, bekräftigt: "Regionalität und die Erhaltung des typischen Charakters von Baukultur sind wichtige Faktoren für die Lebensqualität der Menschen. Die Sensibilisierung für das Thema sehen wir als Aufgabe der Heimatverbände. Es bedarf einer Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und der öffentlichen Beteiligungskultur, um die Interessen der Menschen vor Ort deutlicher einzubeziehen."

 Die Unterzeichner der Resolution bewerten die Erhaltung von Baukultur auch als angewandte Nachhaltigkeit. Die Verwendung von Materialien aus der Region und die Weiternutzung von Bestandsgebäuden als sogenannte graue Energie würden zu einer Verringerung oder Vermeidung von CO2-Ausstoß beitragen. So fordern die Verbände Politik und Verwaltung auf, bei Vorgaben für öffentliches und privates Bauen ressourcenschonenden Maßnahmen den Vorzug geben.

 Als führende Verbände für zivilgesellschaftliches Engagement in dem Bereich unterstützen die Heimatverbände bürgerschaftlich Engagierte und bieten bei Bedarf Vermittlung zwischen Initiativen, Vereinen, Verbänden und Institutionen an.

 Weitere Informationen in der Resolution unter: https://bhu.de/position/zivilgesellschaftliches-engagement-fuer-baukultur-und-gebaute-heimat/