Programme von Fördergebern

Das Feld der Anbieter auf europäischer Ebene, bei Bund und Land bis hin zu regionalen Angeboten ist breit und scheinbar unübersichtlich. Es gibt Förderungen des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, etwa im Bereich der ehrenamtlich getragenen Museen oder über die LWL-Kulturstiftung. Das Land NRW hält in verschiedenen Ministerien Fördertöpfe bereit – neben der Denkmalförderung, der Dorfentwicklung und der Heimatförderung angesiedelt im Ministerium für Heimat, Bau, Kommunales und Gleichstellung gibt es z. B. auch die Kulturförderung des NRW-Kulturministeriums etwa mit der Regionalen Kulturpolitik oder dem Programm „Dritte Orte“. Im Rahmen des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) gibt es den methodischen Ansatz LEADER. Neben öffentlichen Fördergebern existiert eine Vielzahl an Stiftungen, Vereinen und Verbänden, die mit unterschiedlicher Ausrichtung und Schwerpunktsetzung fördern. Dabei sind beispielsweise die NRW-Stiftung oder auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz zu nennen. Hier gilt es, das individuell Passende herauszufiltern. Dabei unterstützt Sie der WHB in der persönlichen Beratung gerne. 

Heimatförderung-NRW

Mit den fünf Elementen Heimat-Scheck, Heimat-Preis, Heimat-Werkstatt, Heimat-Fonds und Heimat-Zeugnis möchte die Landesregierung mit rund 150 Millionen Euro bis 2022 die Gestaltung der Heimat vor Ort, in Städten, Gemeinden und in den Regionen fördern. Ziel des Programms ist es, Menschen für lokale und regionale Besonderheiten zu begeistern und die positiv gelebte Vielfalt in Nordrhein-Westfalen deutlich sichtbar werden zu lassen.

Die Richtlinien zum Programm sowie die für eine Antragstellung benötigten Formulare sind auf der Internetseite des Ministeriums abrufbar.

Anträge für die Elemente Heimat-Scheck und Heimat-Preis können online gestellt werden. Das Online-Verfahren vereinfacht die Antragstellung und beschleunigt die Bearbeitung durch die Bezirksregierungen.

Ein umfängliches Dokument des Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes Nordrhein-Westfalen gibt nähere Informationen zu den Förderelementen (Broschüre zum Herunterladen). Weitere Hinweise finden Sie auch in der Ausgabe 5/2018 der Heimat Westfalen.

Zum Hintergrund:

Die fünf Elemente der Heimatförderung

Heimat-Scheck
Zur Förderung von Projekten lokaler Vereine und Initiativen, die sich mit Heimat beschäftigen, werden jährlich 1.000 Heimat-Schecks à 2.000 Euro bereitgestellt. Der Aufwand für Antragstellung und Verwendungsnachweis ist bewusst reduziert gehalten.

Heimat-Preis
Für innovative Heimatprojekte wird ab 2019 ein Preis ausgelobt, der die konkrete Arbeit belohnen und zugleich nachahmenswerte Praxisbeispiele liefern soll. Anträge können bereits jetzt gestellt werden. Die Auszeichnungen sind eine Wertschätzung der (überwiegend) ehrenamtlich Engagierten. Kommunen sollen den Preis vergeben, die Sieger stellen sich anschließend dem Wettbewerb auf Landesebene. Kleinere Gemeinden erhalten vom Land  ein Preisgeld von 5.000 Euro, Kreise von 10.000 Euro, größeren Kommunen werden 15.000 Euro zur Verfügung gestellt, sofern sie sich per Rats- oder Kreistagsbeschluss zur Teilnahme entscheiden.

Heimat-Werkstatt
Ideen zum Thema Heimat sollen in „Werkstätten“ entwickelt und verwirklicht werden, damit eine inhaltliche Auseinandersetzung in Gang gesetzt werden kann. Denn jede Region – ob Stadtviertel oder eine Gemeinde im ländlichen Raum – hat prägende Besonderheiten, mit denen sich die Bewohnerinnen und Bewohner identifizieren. Vertreter von Initiativen und anderen Organisationen, aber auch Bürgerinnen und Bürger direkt sollen sich in einen offenen identitätsstiftenden Prozess einbringen. Zum Beispiel kann in einer offenen Kreativwerkstatt unter Beteiligung aller Akteurinnen und Akteure ein ortstypisches Kunstwerk entwickelt und verwirklicht werden. Der Diskurs in der Heimat-Werkstatt soll Gemeinsamkeiten herausarbeiten und das lokale Gemeinschaftsgefühl stärken. Zugleich wird mit der Gestaltung der öffentliche Raum aufgewertet. Der aufwändige Prozess wird je Projekt mit mindestens 40.000 Euro gefördert. Empfänger können Kommunen, Private, Vereine und gemeinnützige Organisationen sein.

Heimat-Fonds
Initiativen, die ein Heimat-Projekt verwirklichen wollen, sollen durch den Heimat-Fonds unterstützt werden: Für jeden eingeworbenen Euro soll es je einen Euro vom Land dazugeben (bis maximal 40.000 Euro). Förderfähig sind Projekte von mindestens 5.000 Euro und maximal 80.000 Euro. Die Verwaltung des Heimat-Fonds erfolgt vor Ort über die Gemeinden und Gemeindeverbände. Der Mindestanteil der Kommune beträgt 10 Prozent. Bei Projekten mit mehreren beteiligten Kommunen können im Einzelfall auch Projekte mit einem Volumen von über 80.000 Euro gefördert werden.

Heimat-Zeugnis
Hier steht die Schaffung und Bewahrung von Bauwerken, Gebäuden oder Orten in der freien Natur, die in herausragender Weise die lokale und regionale Geschichte prägen, im Fokus. Projekte mit einem Volumen ab 100.000 Euro können mit maximal 90 Prozent (Private) bzw. 80 Prozent (Kommunen) unterstützt werden. Antragsberechtigt sind Gemeinden und Gemeindeverbände sowie private und gemeinnützige Organisationen.

NRW-Stiftung

Aufgabe der NRW-Stiftung ist es, dazu beizutragen, dass unter Natur- und Landschaftsschutz stehende oder dafür geeignete Flächen, Naturdenkmäler, Baudenkmäler,  Bodendenkmäler und bewegliche Denkmäler sowie Kulturgüter erhalten und für die Öffentlichkeit erfahrbar gemacht werden. Diese Ziele werden vorrangig durch Förderung privater Initiativen verfolgt.

Die NRW-Stiftung gewährt Förderzuschüsse oder erwirbt auch selbst Eigentum an Flächen, Gebäuden oder Kulturgütern. Die Förderung ist in der Regel eine Fehlbetragsfinanierung. Anträge können jederzeit gestellt werden.

Gefördert werden können:

1) der Erwerb von: denkmalgeschützten Gebäuden, wissenschaftlichen, technischen und Industriedenkmälern, Gebieten zum Schutz von Natur und Landschaft, beweglichem Kulturgut sowie naturkundlich bedeutenden Objekten

2) Entwicklung und Pflege von Natur- und Landschaftsschutzgebieten

3) Restaurierung und Instandsetzung von: (denkmalgeschützten) Gebäuden, wissenschaftlichen, technischen und Industriedekmälern; beweglichem Kulturgut; naturkundlich bedeutenden Objekten; Spiel- und Veranstaltungsstätten

4) Einrichtung von: Museen, Dauerausstellungen, Informationszentren; Wechsel- und Wanderausstellungen; Naturschutzzentren und biologischen Stationen

5) Ausstattung und Präsentation: Heimathäuser, Heimatmuseen, kulturelle Begegnungsstätten; Ausstellungsobjekte; Lehrpfade, Wanderwege, Themenrouten

6) Publikationen, Digitale Medien

7) Veranstaltungen und zeitlich befristete Aktionen

Antragsteller sind gemeinnützige Vereine. Auf der Webseite der NRW-Stiftung gibt es eine Demo-Version zur Antragstellung:

www.nrw-stiftung.de/foerderantraege/demo.php

Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Neben finanziellen Unterstützungsmöglichkeiten bietet der LWL auch eine große fachliche Expertise etwa in seinen Kulturdienststellen sowie in den wissenschaftlichen Kommissionen.

Regionale Kulturförderung des LWL

Im Hinblick auf eine Projektförderung hält der LWL die sogenannte regionale Kulturförderung bereit. Antragsteller können Verbände, eingetragene Vereine, gemeinnützige Gesellschaften, Initiativen, Privatpersonen oder Einrichtungen der Mitgliedskörperschaften des LWL bzw. der ihnen angeschlossenen Städte und Gemeinden sein. Gefragt sind größere Projekte mit westfalenweitem Bezug. Hierzu empfiehlt sich eine Beratung durch die zuständigen Kolleginnen im LWL.

Personen, die eine Publikation mit Westfalenbezug planen, haben die Chance auf einen Druckkostenzuschuss. Förderfähig sind nur Bücher, keine Flyer oder Prospekte!

Die Förderung erfolgt ausschließlich als Festbetragsfinanzierung.

Antragsformulare sind im Internet zu finden unter:

www.lwl.org/LWL/Kultur/Kulturabteilung/Kulturfoerd_part/Finanzielle_Foerderung/

Förderlinien des LWL-Museumsamtes

Für diejenigen, die sich als Verein um ein Heimatmuseum oder eine kleine öffentlich zugängliche Sammlung kümmern, sind die Fördermöglichkeiten des LWL-Museumsamtes für Westfalen interessant.

Das LWL-Museumsamt für Westfalen ist seit 1978 in mehreren Schritten mit der Beratung und Förderung von Museen und Gedenkstätten in Trägerschaft von Kommunen und Vereinen beauftragt worden. Zielsetzung ist die nachhaltige Entwicklung und Strukturverbesserung der vereinsgetragenen Kultureinrichtungen in Westfalen-Lippe. Diese Häuser sind in besonderem Maße Treuhänder des bedeutenden kulturellen Erbes der Region und erbringen Leistungen für die Gemeinschaft und ihre Entwicklung. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe will als überörtlicher Träger der Kulturarbeit Vereine in ihrem Engagement wirksam und unbürokratisch unterstützen.

Die aktuellen Richtlinien finden Sie auf der Webseite des Museumsamtes:

www.lwl-museumsamt.de/de/foerderung/richtlinien/