Cover der Publikation „Dorfideen mit Weitblick – zur Zukunft der ländlichen Räume“ Grafik/ Martin Brombacher, Foto/ Helene Lauk © LWL-Medienzentrum für Westfalen

Eröffnung der Wanderausstellung

„Dorfideen mit Weitblick – zur Zukunft der ländlichen Räume“ in Höxter

Lebendige Dörfer – dafür sind pfiffige Köpfe und Menschen mit Anpackermentalität gefragt. Gerade aus dem Ehrenamt heraus entstehen vielfach gute Ansätze, um Perspektiven für die Lebensqualität vor Ort und die Sicherung von Daseinsvorsorge zu schaffen. Unter dem Titel „Dorfideen mit Weitblick – zur Zukunft der ländlichen Räume“ präsentiert der Westfälische Heimatbund e. V. (WHB) in Kooperation mit dem Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben ab Montag, 29. August eine Wanderausstellung zu diesem Thema.

„Dorfideen mit Weitblick – hierbei geht es uns nicht um romantisierende Bilder einer Landidylle, sondern um die Potentiale ländlicher Räume als multifunktionale Orte der Innovation, Kreativität und Nachhaltigkeit. Dass dies alles andere als nur eine Vision ist, zeigen bedarfsgerechte Projekte und Initiativen in der Region, die häufig von bürgerschaftlichem Engagement getragen sind“, so WHB-Geschäftsführerin Dr. Silke Eilers. „Die Konzepte reichen von der Umnutzung einer Dorfkirche bis zur umfassenden Digitalisierung, von der ehrenamtlich betriebenen Dorfkneipe bis zum Heimatmuseum, das auch als ein Zentrum musisch-künstlerischer Bildung dient.“

  • Streuobstweide in Multhöpen – Der Heimatverein Ottenhausen e. V. setzt sich für den Erhalt von rund 40 ha Natur- und Kulturlandschaft ein. Foto/ Frank Grawe

  • Rund um eine Kneippanlage hat der Förderverein Godelheim e. V. ein kleines Naherholungsgebiet geschaffen.
    Foto/ Daniel Hartmann

  • Das von dem Verein Oberschledorn Aktiv e. V. betriebene KUMA im Medebacher Ortsteil Oberschledorn beherbergt ein Museum, Platz für Ausstellungen, eine Kreativwerkstatt und ein Café.
    Foto/ Sabrina Hellwig

  • Der Verein Dorf aktiv e. V. hat in St. Vit, einem lebendigen Dorf im Westen von Rheda-Wiedenbrück, ein ehemaliges Küsterhaus zu einem Ort der Begegnung werden lassen.
    Foto/ Gisbert Strotdrees

  • Der St. Josefsvereins Holtum e. V. hat die Kirche St. Agatha in Holtum zu einer Meditationskirche umgestaltet.
    Foto/ Gisbert Strotdrees

Rüthen-Kallenhardt im Arnsberger Wald, Foto/ Helene Lauk © LWL-Medienzentrum für Westfalen

Engagierte Diskussion über Dorfideen mit Weitblick

Digitales Forum von WHB und Wochenblatt

Am 5. Juli 2021 fand unter dem Titel „Dorfideen mit Weitblick“ das gemeinsame Digital-Forum des Westfälischen Heimatbundes (WHB) und des Wochenblattes für Landwirtschaft und Landleben statt. Die zweiteilige Podiumsdiskussion mit Gästen aus Dorf- und Heimatvereinen, Landwirtschaft, Politik und Wissenschaft befasste sich mit den Themen „Ländliche Räume und bürgerschaftliches Engagement“ sowie „Landwirtschaft zwischen Ressourcenschutz und Wirtschaftlichkeit“. Über einen eigens eingerichteten Internetkanal konnten 70 angemeldete Teilnehmerinnen und Teilnehmer die informative Debatte live verfolgen.

Nach der Eröffnung durch den WHB-Vorsitzenden Matthias Löb und einem Grußwort der NRW-Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Ursula Heinen-Esser diskutierten die Referentinnen und Referenten über den Wandel ländlicher Räume. Vielerorts in Westfalen werden kreative Konzepte im und für den ländlichen Raum entwickelt und umgesetzt – etwa mit Blick auf soziales Miteinander, Mobilität, Nahversorgung, Digitalisierung oder Kultur. Welche tragfähigen Ideen entstehen in den Dörfern und auf den Höfen für eine nachhaltige Regionalentwicklung? Was läuft gut und wo gibt es aber auch Probleme? Und was braucht es an Voraussetzungen und Rahmenbedingungen, damit Engagement auf dem Land gelingen kann? Welche Zukunftsperspektive hat die Landwirtschaft zwischen Klimakrise, gesellschaftlichen Erwartungen und Existenzsicherung?

Fragen wie diese standen im Mittelpunkt des von WHB-Geschäftsführerin Dr. Silke Eilers und Wochenblatt-Redakteur Gisbert Strotdrees moderierten digitalen Forums.

Hier können Sie sich die Filmaufzeichnung ansehen.

Die Podiumsdiskussion ist Teil eines Projektes zur Zukunft der Dörfer, das von WHB und Wochenblatt gemeinsam durchgeführt wird, unterstützt von der NRW-Stiftung und der Westfälischen Provinzial Versicherung.


Dorfideen mit Weitblick

Ein Kooperationsprojekt von WHB und Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben

Westfalen ist sowohl durch ländliche als auch durch urbane Räume geprägt. Auch hier sind, durchaus mit regionalen Unterschieden, Entwicklungen wie Landflucht und strukturelle Umbrüche in den Dörfern und Ortsteilen zu verzeichnen. Auf verschiedenen Ebenen wird nach Antworten auf diese Phänomene gesucht. Der Westfälische Heimatbund e. V. (WHB) und das Wochenblatt für Landwirtschaft und Landleben möchten zukunftsfähige Dorfideen mit Weitblick aufspüren und tragfähige Strategien entwickeln. Die NRW-Stiftung stellt bis zu 39.000 Euro für das Kooperationsprojekt zur Verfügung. Zudem unterstützt die Westfälische Provinzial Versicherung das Vorhaben finanziell. Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft der Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen Ursula Heinen-Esser.

„Gleichwertige Lebensverhältnisse zu schaffen – dies ist eine grundgesetzlich verankerte Aufgabe. Dörfer und Ortsteile spielen dabei eine wichtige Rolle für den sozialen Zusammenhalt der Gesellschaft und auch in wirtschaftlicher Hinsicht“, so Dr. Silke Eilers, Geschäftsführerin des WHB. „Heimat bedarf einer wohlüberlegten Gesamtstrategie – für den Erhalt der Lebensqualität vor Ort, für eine aktive Zivilgesellschaft. Bürgerschaftliches Engagement ist hier ein wesentlicher Faktor.“

„Die einen Akteure betreiben ehrenamtlich eine Gaststätte im Ort. Andere realisieren gerade ein Dorfgemeinschaftshaus. Ein privates Seniorenzentrum wird um eine Kita für die Dorfkinder erweitert“, erläutert Patrick Liste, stellvertretender Chefredakteur des Wochenblatts. „So sind bereits viele gute Ideen, Konzepte oder schon umgesetzte Projekte, etwa zum Naturschutz, zu Kulturangeboten, zur Mobilität im ländlichen Raum oder zur Umnutzung von Gebäuden vorhanden. Diese möchten wir aufgreifen, stärken und daraus Konzepte für gelingendes Engagement ableiten.“

„Die NRW-Stiftung hat viele gelungene Initiativen zur Belebung von Dorfmittelpunkten und Stadtquartieren gefördert. Es gehört zu unseren Kernanliegen, lebendige Orte für Begegnung zu schaffen. Das sind zum Beispiel Dorfgemeinschaftshäuser, Naturschutzzentren und Kultureinrichtungen in historischen Baudenkmälern. Weil wir noch mehr über die Erfolgsfaktoren vergleichbarer Projekte erfahren wollen, war die Entscheidung für dieses Kooperationsprojekt naheliegend“, erklärt Martina Grote, Geschäftsführerin der NRW-Stiftung.

Den Auftakt des Vorhabens bildete ein gemeinschaftlicher Aufruf der Partner in ihren jeweiligen Medien. Eine Auswahl der übermittelten guten Beispiele wird in einer Handreichung publiziert, die zudem neben den Reportagen und Berichten auch ergänzende, praxisnahe Hintergrundinformationen zur Vorbereitung und Durchführung von Dorfprojekten enthalten wird. Die besten Einsendungen werden im Rahmen einer Wanderausstellung präsentiert. Parallel sollen diese auch digital vorgestellt werden. Überdies ist eine Tagung geplant, die aufgrund der Corona-Pandemie jedoch noch nicht näher terminiert ist.

Als Dachverband für rund 570 Heimat- und Bürgervereine sowie 700 ehrenamtliche Heimatpflegerinnen und Heimatpfleger ist es Ziel des Westfälischen Heimatbundes, gemeinsam mit seinen Mitgliedern und starken Partnern einen Beitrag zur Beantwortung aktueller Herausforderungen zu leisten. Dazu dient auch das diesjährige WHB-Themenjahr „Zukunft der Dörfer“. Ähnlich ist es beim Wochenblatt: Die Redaktion greift jede Woche Themen aus dem Landleben auf und zeigt Lösungsansätze – oft sind das praktische Beispiele von Familien, Vereinen oder Organisationen aus dem ländlichen Raum.

Gesucht werden im Rahmen von "Dorfideen mit Weitblick" pfiffige, mutige und innovative Lösungsansätze, auch aus dem digitalen Bereich.

Artikel zum Thema im Wochenblatt für Landwirtschaft & Landleben