WestLotto und Westfälischer Heimatbund lassen Denkmäler sprechen - Baukultur Westfalens im Blickpunkt einer Podcast-Reihe

16.11.2022

Mit der Podcast-Reihe "Das Sprechende Denkmal" verleihen WestLotto und Kooperationspartner Westfälischer Heimatbund e. V. (WHB) fünf Denkmälern aus Westfalen eine Stimme. Das Historische Rathaus in Werne, die Autobahnkirche in Exter, die Wendener Hütte in Wenden, die Optische Telegrafenstation bei Nieheim und das Bügeleisenhaus in Hattingen erzählen ihre Geschichten in kurzweiligen Episoden künftig selbst. Die Auswahl der Denkmäler beruht auf Vorschlägen von Leserinnen und Lesern des WHB-Magazins "Heimat Westfalen".

Die unter mehr als 50 Vorschlägen ausgewählten Denkmäler erhalten Plaketten mit QR-Codes, über die die Podcasts praktisch im Vorbeigehen mit dem Smartphone abrufbar sind. Zudem finden sich die Podcasts auf der Webseite https://www.sprechendes-denkmal.de, welche 2020 von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und WestLotto initiiert wurde sowie auf allen gängigen Podcast-Plattformen. Dort haben bislang insgesamt 29 Denkmäler aus ganz Nordrhein-Westfalen in jeweils zwei- bis fünfminütigen Beiträgen eine Stimme gefunden.

Das Besondere der Podcast-Reihe "Das Sprechende Denkmal" ist die Erzählweise: Die Denkmäler geben ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive wieder und lassen Hörerinnen und Hörer die Geschehnisse und die Lebensumstände, die zu den damaligen Zeiten herrschten, auf unterhaltsame Weise nachempfinden. "Jedes Denkmal hat eine Botschaft für uns. Die Denkmäler zeigen Haltung und repräsentieren Werte, die nach wie vor die Basis für eine demokratische und offene Gesellschaft darstellen", sagt WestLotto-Unternehmenssprecher Axel Weber. Gleichzeitig spiegeln die Denkmäler wider, wie vielfältig sich die Kulturlandschaft in NRW gestaltet.

Das gilt auch für die "Lieblingsdenkmäler" der WHB-Mitgliedschaft. "Denkmäler prägen generationenübergreifend das Erscheinungsbild unserer Städte und Dörfer, verleihen ihnen ein unverwechselbares Gesicht. Sie begleiten uns in unserem Alltag und bieten als Teil unserer historischen DNA Orientierung in der Gegenwart und Zukunftspotential", sagt Dr. Silke Eilers, Geschäftsführerin des WHB. Die Podcasts zeigten zudem, über welch vielfältig gewachsene regionale Baukultur Westfalen verfüge.


Diese Denkmäler aus der Leseraktion erzählen ihre Geschichten in Kürze unter http://www.sprechendes-denkmal.de:

  • Altes Rathaus, Werne, Kreis Unna
    Das im 16. Jahrhundert erbaute Alte Rathaus am Markt in Werne ist ein typisches Beispiel eines spätgotischen münsterländischen Kleinstadtrathauses. In seiner wechselvollen Geschichte wurde das heutige Denkmal unter anderem als Ratssitzungssaal, Gefängnis, Wachstube, Gerichtsstandort, Versammlungsort für die HJ und für den BDM in der Nazi-Zeit sowie schließlich als Obdachlosen- und Flüchtlingsasyl genutzt, bis es Anfang der 1970er-Jahre restauriert und wieder seiner eigentlichen Bestimmung als Ratssaal übergeben wurde.
  • Evangelische Autobahnkirche Exter, Kreis Herford
    1959 wurde die Gemeindekirche Exter mit einer zusätzlichen Aufgabe betraut und zur ersten evangelischen Autobahnkirche Deutschlands geweiht. Jährlich nutzen heute etwa 30.000 Besuchende die Gelegenheit zu einer stillen Andacht. Seit einigen Jahren ist die Autobahnkirche, deren Historie bis in das Jahr 1666 zurückreicht, auch Zentrum für Notfallseelsorge. Rund um die Kirche soll 2023 ein Friedensweg mit Friedensforum entstehen, um als Begegnungsort wie auch als Gedenkort für die Opfer von Krieg und Gewalt zu dienen.
  • - Wendener Hütte, Wenden, Kreis Olpe
    Die fast 300 Jahre alte Wendener Hütte ist eine der ältesten erhaltenen Hochofenanlagen Deutschlands. Das Hütten- und Hammerwerk aus der Frühzeit der Industrialisierung spiegelt die lange Tradition der Eisengewinnung im südlichen Westfalen wider. Das Ensemble mit Gräben, Teichen und acht historischen Gebäuden mit Hochofen, Möllergebäude und Rohstoffmagazin ist für Besuchende zugänglich. Das Museum thematisiert in der Dauerausstellung neben der Hüttengeschichte die Geschichte des Eisens im Sauerland. Wechselausstellungen, Schmiedevorführungen, Führungen und ein vielseitiges museumspädagogisches Programm unterstreichen die Attraktivität des technischen Kulturdenkmals.
  • Optische Telegrafenstation Oeynhausen, Nieheim, Kreis Höxter
    Für eine schnelle nachrichtentechnische Verbindung ließ die preußische Regierung eine ca. 600 km lange optische Telegrafenlinie zwischen Berlin und Koblenz errichten, die in den Jahren 1833 bis 1849 Berlin mit den preußischen Rheinlanden verband. Die Station Oeynhausen war die Nummer 32 von 62 Stationen. Das wieder aufgebaute "Telegraphen-Etablissement" Nr. 32 zeigt den Observationsraum der preußischen Telegrafisten mit dem Stellapparat für die Indikatoren und rekonstruierte historische Uniformen. Eine multimediale Ausstellung informiert unter anderem über die optische Telegrafie in Preußen und die Station Oeynhausen.
  • Bügeleisenhaus, Hattingen, Ennepe-Ruhr-Kreis
    Das ab dem Jahr 1611 erbaute Fachwerkhaus am Haldenplatz in der Altstadt von Hattingen verdankt seinen ungewöhnlichen Namen "Bügeleisenhaus" der auffallenden Grundrissform, die der Lage am Zusammentreffen zweier Gassen geschuldet ist. Das ortsbildprägende Haus beherbergte über die Jahrhunderte Kaufleute, Tuchmacher und eine Metzgerei mit Privatschlachtraum und Wurstmacherei. Das in jüdischem Besitz befindliche Gebäude wurde in der NS-Zeit arisiert. Nach dem Krieg diente es über die Jahre als Flüchtlingsunterkunft, ostdeutsche Heimatstube und zuletzt als stadtgeschichtliches Museum, das nach einer Modernisierung in 2024 wieder öffnen soll.